Unfallzahlen beim Bouldern

Bouldern gilt als vermeintlich sicherer Sport. Die Unfallzahlen von DAV und Klever zeigen etwas anderes. Beim Bouldern ereignen sich deutlich mehr Unfälle als beim Seilklettern. Zwar sind die Unfälle in der Regel nicht so schwerwiegend wie bei einem Absturz mit Seil, die Anzahl sollte aber zu bedenken geben.

Die Unfallzahlen

Der Kletterhallenverband Klever hat im Jahr 2013 236 Unfälle dokumentiert, davon 145 beim Bouldern.

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Der DAV hat in seiner Bergunfallstatistik für das Jahr 2013 die Unfälle beim Bouldern näher aufgeschlüsselt.

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Situation in den Boulderanlagen

In den Boulderhallen bewegen sich zum Teil sehr viele Menschen auf engem Raum. Da der Einstieg ins Bouldern sehr leicht ist, sind auch viele Menschen unterwegs, die keine oder wenig Klettererfahrung haben. Hier mangelt es am Einschätzungsvermögen wo ein Kletterer beim Absprung landen wird, wohin jemand Herauspendeln kann, usw.

Der hohe Anteil an Verletzungen der unteren und oberen Extremität ist auf das unkontrollierte Stürzen zurückzuführen. Bänderrisse und Knochenbrüche sind die Folge.

Unfallvermeidung: Was kann man tun?

  • Spotten. Bei höheren Bouldern oder ungünstigen Kletterpositionen den Partner mit den Händen sichern.
  • Sturzräume frei halten. Leider werden oft die Sturzräume nicht freigehalten. Personen sitzen im Absprungbereich, Trinkflaschen liegen am Boden herum.
  • Abstand halten. Beim Klettern in Dächern, aber auch bei Sprüngen kann es leicht zu unkontrolliertem Herauspendeln kommen. Ausreichend Abstand um den Boulderer halten, um nicht vom Fuß getroffen zu werden.

Verletzungsprophylaxe

Abrollen. Bouldern heißt auch viel Abspringen. Dies führt zu Belastungen der Wirbelsäule und der Beine. Günstig ist, wenn man nicht nur abspringt, sondern weiter versucht abzurollen. Dies reduziert die Belastung für Beine und Rücken.

Ringe abnehmen. Ein ganz besonderes Thema ist das Klettern mit Ringen. Immer wieder sieht man das. Der Ring ist ein ideales Mittel, um sich beim Bouldern den Finger zu amputieren oder schwer zu verletzen. Rutscht man ab, kann sich der Ring am Griff verhaken und den Finger schwer verletzen. Mir sind persönlich zwei Kletterer bekannt, die sich so den Finger amputiert haben. Wer gute Nerven hat, kann sich hier die Bilder einer Verletzung durch Ring ansehen.

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