Kletterbegriffe

Begriff Erläuterung
A.F. Alles Frei ist ein Begehungsstil aus dem Elbsandsteingebirge bei dem das Ausruhen an Zwischensicherungen erlaubt ist. Man muss nach dem Ausruhen aus der letzten Kletterposition wieder starten. Dieser Begehungsstil wird eigentlich nur im Elbsandsteingebirge aufgrund der besonderen Umstände der Absicherung angewandt.
Alpines Sportklettern Klettern von Mehrseillängenrouten nach den Regeln des Sportkletterns.
Band Nahezu ebener Felsabsatz in einer steilen Felswand.
Big Wall Klettern von großen Wänden bei dem man mehrere Tage in der Wand bleibt, zumeist wird technisch geklettert. Ursprünglich im Yosemite entstanden, wird mittlerweile aber auch im Himalaya und Patagonien betrieben.
Bouldern Als Bouldern bezeichnet man das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Bouldern ist oft sehr akrobatisch und wird seit langem zum Training betrieben. Mittlerweile hat es sich aber als eigenständige Disziplin des Sportkletterns etabliert.
Chalk Siehe Magnesia
Dach Dachartig überhängender Fels.
En libre Französische Bezeichnung des Pinkpoint
Flash Der Flash ist die sturzfreie Vorstiegsbegehung einer unbekannten Route im ersten Versuch. Das Sich- Ansagen- Lassen von Griffen und Tritten und das Beobachten anderer Kletterer ist erlaubt.
Free Solo Die – leider – oft mit dem Freeclimbing (Sportklettern) verwechselte sehr gefährliche Variante des Sportkletterns. Gemeint ist die Begehung einer Route unter Verzicht auf Sicherungsmittel und die Benutzung von Haken usw. zur Fortbewegung. In den Medien wird dies – trotz der intensiven Bemühungen um Aufklärung – oft als das Freeclimben dargestellt. Tatsächlich wird diese Variante nur als absolute
Ausnahme von sehr wenigen, sehr erfahrenen und bewusst handelnden Kletterern betrieben.
Hangdogging Zum Einüben von Routen wird nach einem Sturz einfach weitergeklettert. Früher war diese Variante verpönt. Heute ist sie üblich, um schwierige Routen einzuüben. O- Ton von Kletterlegende John Bachar: „Hangdogging is aid climbing.“
Kamin Breiter, senkrechter Felsriss, breit genug um einen Kletterer in sich aufzunehmen.
Klemmblock In Rissen oder Kaminen verkeilter (verklemmter) Felsblock.
Leiste Sehr schmaler Felsabsatz, der als Griff oder Tritt dient.
Magnesia Eigentlich Magnesiumcarbonat, das wie beim Turnen benutzt wird um die Finger trocken zu halten und besseren Griff zu haben. Magnesia trägt der Kletterer in einem speziellen Beutel, dem Chalkbag mit sich.
Onsight Die Rotpunkt- Begehung einer unbekannten Route. Der Kletterer darf keinen anderen Kletterer in der Route beobachten und auch sonst keine Informationen bekommen, also beispielsweise sich Griffe ansagen lassen. Das Anschauen der Route vom Boden aus ist erlaubt.
Pfeiler Steiler, am oberen Ende abgesetzter, turmartiger Wandvorbau.
Pinkpoint Sturzfreie Begehung einer Route mit eingehängten Zwischensicherungen. Heute ist dieser Begehungsstil üblich. Oft wird ein Teil der Route wieder abgeklettert, um sich beim Durchstiegsversuch die Kraft für das Einhängen des Seils zu sparen. Meistens wird nach einem Sturz das Seil in dem Haken belassen, von dem abgeklettert wurde.
Platte Stark geneigtes, meist glattes, griff- und trittarmes Felsstück.
Rampe Schräges Band.
Riss Schmaler Felseinschnitt, der meist senkrechten Halt durch verklemmen von Finger, Hand, Faust oder Schulter bietet.
Rotkreis Vorstiegsbegehung einer Route, bei der nach einem Sturz das Seil in der letzten Zwischensicherung eingehängt bleibt. Beim nächsten Versuch vom Boden aus klettert man dann einen Teil der Route „im Torope“. Diese Variante ist aus der Mode gekommen. Früher wurde sie vor allem in Granitrissen angewandt, da es ein irrer Aufwand ist alle Klemmkeile nach jedem Versuch zu entfernen.
Rotkreuz Sturzfreie Begehung einer Route im Toprope. Zählt aber eigentlich nicht so richtig. Wiederholungen werden nur im Vorstieg anerkannt.
Rotpunkt Die sturzfreie Begehung einer Route im Vorstieg mit anbringen aller notwendigen Zwischensicherungen wird als Rotpunkt bezeichnet. Der Begriff Rotpunkt stammt aus dem Frankenjura, wo Kurt Albert und andere in den siebziger Jahren rote Punkte an den Einstieg frei gekletterter Routen malten.
Sanduhr Zu beiden Seiten geöffnetes Felsloch, dass das Durchziehen eines Seilstücks erlaubt.
Schwierigkeitsgrad Der Schwierigkeitsgrad gibt die Kletterschwierigkeiten einer Route an. Es existieren verschiedene Schwierigkeitsskalen. Am häufigsten verwendet wird die UIAA- Skala (momentan von II – XI), die französische Skala (4a – 9a). Für das Bouldern gibt es eine eigene Skala. Am gebräuchlichsten ist die Fontainebleau- Skala (4a – 8c).
Seillänge Kletterstrecke von maximal 40-60m zwischen zwei Standplätzen.
Sportklettern
(engl. Freeclimbing)
Sportklettern ist eine Form des Bergsteigens und Kletterns bei der es darum geht sich nur an natürlichen Haltepunkten am Fels fortzubewegen. Seil und Haken dienen nur der Sicherung.
Stand(platz) Sicherungsplatz vor und nach jeder Seillänge.
Technisches Klettern Werden Haken und Seil zur Fortbewegung benutzt, dann spricht man vom technischen Klettern. Die goldene Zeit des technischen Kletterns lag in den fünfziger und sechziger Jahren, als mit Haken und Trittleitern die großen Alpenwände erstbegangen wuden. Für das technische Klettern gibt es eine eigene Schwierigkeitsskala von A0 bis A5. Heute wird diese Variante vorwiegend bei Big Walls eingesetzt.
Toprope Klettern mit Seilsicherung von oben.
Überhang Meist kurzes Felsstück, steiler als die Senkrechte.
Verschneidung Zwei in stumpfen Winkel aufeinander treffende Felswände bilden eine Verschneidung. Optisch ähnelt diese einem aufgeschlagenen Buch.
Wettkampfklettern Variante des Sportkletterns, die in den achtziger Jahren in Italien entstanden ist. Es gibt ein internationales Regelwerk, EM, WM und den Weltcup. Wettkampfklettern bietet den direkten Leistungsvergleich zwischen Kletterren.
Work- Out
(After Work)
Wettkampfform bei der die Kletterer die Route vor dem Wettkampf etwa 20-30min einüben dürfen.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.