Ausrüstung

Ausrüstung

Klettern ist ein Sport, bei dem die Ausrüstung eine entscheidende Rolle spielt. Die eigene Sicherheit hängt von der Qualität der Ausrüstung und ihrer richtigen Anwendung ab.

Gurt

Zum Sportklettern wird ein Hüftsitzgurt verwendet, der etwa 50-70 Euro kostet. Gurte mit Polsterungen sind bequemer beim Sichern, Abseilen oder am Standplatz, aber meistens auch teurer.

gurt

Tipp! Unbedingt den Sitz des Gurtes durch eine Hängeprobe beim Kauf prüfen. Der Hüftgurt sollte über dem Beckenknochen liegen. An den Beinschlaufen sollte noch je eine Hand hineinpassen. Auf keinen Fall die Jeans anlassen, sondern eine enge Kletterhose anziehen. Man sollte beschwerdefrei im Gurt hängen können. Wichtig! Es gibt unterschiedliche Verschlusssysteme. Beim Gurt anlegen genau die Anweisungen des Herstellers befolgen.

Kletterschuhe

Unverzichtbarer sind Kletterschuhe. Beim Kauf von Kletterschuhen sollten diese Punkte beachtet werden.

schuhe

Es gibt vier verschiedene Ausführungen von Kletterschuhen auf dem Markt. Der Ballerina oder Slipper ist für Anfänger zu weich, allerdings ist der Preis aufgrund der einfachen Bauweise attraktiv. Der geschnürte Halbschuh mit fester Sohle sollte das Modell der Wahl sein – alternativ dazu gibt es den Velcro, bei dem statt der üblichen Schnürsenkel Klettverschlüsse angebracht sind. Kletterschuhe müssen eng sitzen, da sich ansonsten die Schuhspitze wegbiegen kann und man nicht sicher auf kleinen Tritten steht. Zu enge Schuhe schmerzen allerdings bereits nach kurzer Zeit und sind beim Klettern hinderlich. In gut passenden Kletterschuhen sollten die Zehen leicht gebeugt sein und der Schuh sollte nicht drücken.

Chalkbag

Ein Chalkbag ist ein kleiner Beutel, der um die Hüfte getragen wird. In ihm befindet sich Magnesia, dass den Schweiß der Finger aufnimmt und so für einen besseren Griff sorgt. In den untersten Schwierigkeitsgraden ist dies nicht unbedingt notwendig. Beim Klettern schwieriger Routen wird Magnesia aber unerlässlich. Größe, Form und Farbe sind Geschmackssache. Ich persönlich bevorzuge es den Chalkbag mit einer dünnen Reepschnur um den Bauch zu binden. So kann man ihn leicht auch zur Seite verschieben. Es geht aber auch mit einem Karabiner hinten am Gurt. Beim Magnesia (Chalk) werden in manchen Hallen Chalkballs verlangt. Normales Chalk in Block- oder Pulverform ist aber deutlich besser. Zum Reinigen der Griffe vom Magnesia nimmt man am besten eine alte Zahnbürste.

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Seil

Auf der Verpackung eines Seils sind unter anderem die Angaben zu Durchmesser, Länge, der Anzahl der gehaltenen Normstürze, Gewicht und die Höhe des Fangstoßes sowie Angaben zur Seildehnung bei Gebrauch. Neben Preis und Länge ist ein wichtiges Kaufargument die Anzahl der gehaltenen Normstürze. Nach UIAA Norm müssen es mindestens fünf sein. Eine Imprägnierung als Schutz vor Feuchtigkeit und Schmutz ist für den Verwendungszweck Sportklettern nicht unbedingt erforderlich. Wichtiger ist eine Länge von 60m oder mehr, damit man gefahrlos im Toprope klettern kann. seil

Wichtig! Bei den neuen, sehr dünnen Seilen (<9,7 mm) sind nicht mehr alle Sicherungsgeräte zugelassen. Zudem benötigt es zum Teil sehr viel Handkraft und Erfahrung mit diesen Seilen sicher umzugehen. Also nicht zu dünn kaufen, wenn man noch unerfahren ist.

Karabiner

Ein Karabiner dient dazu das Seil oder anderes Schlingenmaterial mit Haken, Gurt usw. zu verbinden. Je nach Verwendungszweck unterscheidet man mehrere Arten von Karabinern. Normalkarabiner werden in der Regel mit einer kurzen Bandschlinge zu einer Expressschlinge arrangiert. Zur Grundausstattung gehören 1-2 Schraubkarabiner, am besten HMS- Karabiner und eine Reihe von Expressschlingen. Expresschlingen haben einen geraden Schnapper für die Hakenseite. An dieser Stelle ist die Schlinge weiter, damit man den Karabiner in der Schlinge drehen kann. Auf der anderen Seite ist der Schnapper gebogen, um das Einhängen zu erleichtern. Hier ist der Karabiner oft mit einem Gummi fixiert, um ein Drehen zu vermeiden. Expressschlingen gibt es in verschiedenen Längen und auch mit Drahtschnappern. Die Festigkeiten sind auf dem Karabiner angegeben. Alle Karabiner sollten die UIAA-Norm aufgedruckt haben.

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express

HMS-Schraubkarabiner und Expressschlinge

Sicherungsgeräte

Die einfachste Art der Sicherung ist mittels HMS-Karabiner und HMS Knoten. Leider verschleißt das Seil hierbei recht schnell. Daher haben sich mittlerweile andere Methoden als Standard durchgesetzt. Am einfachsten zu erlernen und preiswertesten ist die Verwendung eines Tubers, am besten mit Blockierunterstützung (siehe Sicherungsmethoden). Dieser kann auch zum Abseilen verwendet werden. Achtung! Die Bremswirkung der Geräte ist sehr unterschiedlich, am besten im Laden testen. Ein Teil der Geräte hat zusätzlich ein „Guide“ Funktion für das Sichern eines Nachsteigers am Stand. reverso grigri_sack

Für viele Situationen komfortabler sind Geräte mit Blockierunterstützung. (siehe Sicherungsmethoden).

Helm

Auch wenn auf den meisten Kletterbildern kein Kletterer einen Helm trägt, ist dieser in vielen Gebieten ein unverzichtbarer Ausrüstungsgegenstand. Grundsätzlich zu empfehlen ist ein Helm für Kinder, bei der Gefahr von weiten Stürzen und bei Steinschlaggefahr. Immer dabei ist der Helm im Gebirge. Hartschalenhelme sind weniger empfindlich, Schaumhelme sind deutlich leichter.

helm

Minimalausrüstung Klettern in der Halle

Gurt, Seil (wird in einigen Hallen gestellt), HMS-Karabiner, Sicherungsgerät, Kletterschuhe, Chalkbag

Minimalausrüstung Klettern am Fels

Gurt, 60m Seil, 8-12 Expresschlingen, 2 HMS-Karabiner, Sicherungsgerät, 2 Bandschlingen zur Selbstsicherung, Kletterschuhe, Chalkbag, Helm je nach Gebiet

Ausrüstung zum Bouldern

Zum Bouldern benötigt es weder Gurt noch Seil. Es genügen Schuhe, Chalkbag und, da man doch nicht ganz auf Sicherheit verzichten will, eine Bouldermatte. Darüber hinaus ist ein Lappen oder Teppich zum Schuhe reinigen, eine Zahnbürste zum Reinigen der Griffe sinnvoll. Eine Rolle Tape hilft aufgerissene Finger wieder zu kitten. SANY0007

Chalkbag Kletterschuhe Tape
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